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Der Gedenkstein für die Opfer des Bolschewismus in Tukums

Beschreibung

Der Gedenkstein für die Opfer des Bolschewismus ist eine Gedenkstätte auf dem Friedhofshügel in Tukums, die den Baronen gewidmet ist, die bei der Baltischen Landeswehr kämpften und im Frühjahr 1919 in Schlachten um die Befreiung von Tukums von Bolschewiken fielen. Sie wurden zwischen Januar und März 1919 in Tukums getötet.

In der Anfangsphase des Lettischen Unabhängigkeitskrieges eroberten die militärischen Einheiten der Regierung von Stučka im Januar 1919 den größten Teil von Kurland. Erst Mitte Februar 1919 konnten die Einheiten der Baltischen Landeswehr, die die Regierung von Ulmanis unterstützten, die Lage in Kurland ändern. Am 13. Februar befreiten die Einheiten die Landeswehr Kuldīga und am 24. Februar Ventspils.

Am 3. März 1919 startete die vereinigte Deutsche und Baltische Landeswehr (die aus deutschbaltischen, lettischen und russischen Einheiten bestand) an der kurländischen Front ihre Attacke auf die Rote Armee, im Laufe deren ein taktischer Fehler dem Offizieren O. Kalpaks das Leben kostete. Eine nach der anderen wurden die kurländischen Städte befreit: Saldus am 10. März, Talsi am 14. März, Tukums am 15. März, Jelgava am 18. März.

Vor genau 100 Jahren, am 15. März, gelang es den Freiwilligen der Bundeswehr, in Tukums einzumarschieren sowie 108 Geiseln, die die Bolschewiki aus dem Gefängnis von Tukums Richtung Klapkalnciems nach Riga jagten, einzuholen und zu befreien. Am 15. März fiel in der Schlacht um Tukums ein Student aus Tallinn, der Kornett der I Schwadron der Stoßtruppe Guido von Wahl (1896–1919).

Am 16. März fanden die Beerdigung der 18 Opfer des bolschewistischen Terrors in einem Massengrab im südlichen Teil des Tukumschen Bergfriedhofs und ein Danksagungsgottesdienst in der evangelisch lutherischen Trinitatiskirche von Tukums statt, der von den durch die Landeswehrsoldaten geretteten Pastoren Magnus Fleischer (1856–1933) und Rudolf Gurland (1886–1947) gehalten wurde.

Bald nahmen die Bolschewiki ihre Attacke wieder auf, und sie kehrten in die Stadt zurück. Erst am 22. März 1919 gelang es den Landeswehreinheiten, Tukums zurückzugewinnen. Am Tag der Befreiung der Stadt fielen 12 Freiwillige der Baltischen Landeswehr. Insgesamt fielen in den Schlachten um die Befreiung von Tukums und seiner Gegend von Bolschewiki oder verstarben an Verletzungen auf Lazaretten 56 Freiwillige der Baltischen Landeswehr. Auf dem Bergfriedhof von Tukums wurden 29 Kämpfer um die Freiheit von Lettland begraben, die übrigen – auf anderen Friedhöfen. Leider brach Anfang der 1950er Jahre während der Kiesgewinnung der südliche Rand des Bergfriedhofs von Tukums ein, wodurch die Grabstätte der Landeswehrsoldaten ebenso wie die Gräber der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten und die Gedenkstätte für die von Bolschewiki getöteten Deutschbalten zerstört wurden. Die Letztere wurde 2007 mit Unterstützung der Konsolidierten Fonds von Kurzeme restauriert.

Kontaktinformationen

Friedhofshügel, Revolutionsstraße, Tukums